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[amazonadd=3548372643]In dem Roman „Fucking Berlin: Studentin und Teilzeit-Hure“ gesteht eine junge Studentin unter dem Pseudonym Sonia Rossi ihr Doppelleben. Die Italienerin aus gut bürgerlichem Hause arbeitet mit dieser Autobiografie ihr umtriebiges und tabuloses Studentenleben auf. Morgens bringt Sonia ihren kleinen Sohn in den Kindergarten und macht sich auf den Weg zur Universität. Sie ist eine einwandfreie, unauffällige und vor allem fleißige Mathematikstudentin. Sie ist eine gute Freundin und hilfsbereite Kommilitonin. Sie geht mittags in die Mensa, absolviert ihren aufreibenden Alltag als allein erziehende Mutter und bringt ihren polnischen Freund Ladja noch mit durch. Sie büffelt für ihre Klausuren während er in ihrer Wohnung Kifferparties feiert. Was keiner weiß, Sonia ist auch Nancy, die Hure, die in einem Bordell mit dem verheißungsvollen Namen „Oase“ anschafft. Sonia Rossi braucht viel Geld, um ihre aufopferungsvolles Leben zu finanzieren.

Rossi räumt auf mit Vorurteilen. Prostitution ist nicht immer Zwang und Neurose. Es ist das, was die äußere Hülle zeigt: Sex für Geld. Huren sind Kolleginnen und Freundinnen. Gerade weil sie gesellschaftlich geächtet sind, sind sie ein gutes Team. Die vermeintliche Offenheit der Mitmenschen gegenüber diesem Berufsstand reicht nicht bis zu einer persönlichen Bekanntschaft. Niemals würde Sonia sich outen. Keine von ihnen würde das tun.

Sonia Rossi beschreibt in „Fucking Berlin: Studentin und Teilzeit-Hure“ die sexuellen Vorlieben und Praktiken ihrer Freier. Sie hat viel gelernt über Männer, Frauen und Sex. Heimlichkeiten zu haben, ist sehr erhellend. In universitärem Duktus mit Hilfe von Fußnoten erhalten ihre Leser Einblick in die Hinterzimmer der „Oase“.

In diesem Buch werden die letzten gesellschaftlichen Tabus gebrochen. Wir lernen zu verstehen und zu achten, was uns vorher ein Rätsel war. In den Bücherschränken der neuen Frauen darf dieses Buch neben der prominenteren Charlotte Roche (Feuchtgebiete) keinesfalls fehlen.