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Walter Urban und Friedrich „Fiete“ Caroli sind zwei Melker aus Norddeutschland, die im Februar 1945 einer Zwangsrekrutierung nach Ungarn zum Opfer fallen. Walter bekommt einen Einsatz als Fahrer für die Versorgungseinheit der Waffen-SS, während Fiete an der Front kämpft. Als Fiete einen Fluchtversuch begeht, verurteilt ihn sein Vorgesetzter zu Tode. Als Vollstrecker des Urteils wählt er Fietes Zimmergenossen. Darunter befindet sich Walter, dem es nicht gelingt, den Vorgesetzten zu beschwichtigen.

Walter tötet notgedrungen seinen besten Freund. Den Krieg übersteht er körperlich unbeschadet. Seine Mitschuld am Tod Fietes verfolgt ihn sein Leben lang. Sein Sohn versucht, den verschlossenen und schweigsamen Vater zu verstehen.

In seinem Roman „Im Frühling sterben“ erzählt Ralf Rothmann die Geschichte zweier Siebzehnjähriger in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Wie in vielen seiner Bücher fließen autobiografische Elemente ein. So erzählt er die Geschichte aus der Sicht des Sohnes von einem der beiden Männer, womit er auf seinen eigenen Vater anspielt.

Ralf Rothmann kam 1953 in Schleswig zur Welt. Nach seiner Lehre als Maurer arbeitete er in verschiedenen Berufen. Seit 1976 lebt der Schriftsteller in Berlin. 1984 veröffentlichte er dort sein Erstlingswerk, den Lyrikband „Kratzer“. Sein erster Roman „Stier“ folgte im Jahr 1991. Bekannt sind unter anderem seine Romane „Milch und Kohle“ und „Flieh, mein Freund!“.

Mit „Im Frühling sterben“ gelang Rothmann ein sprachgewaltiges Werk. In eindringlichen Bildern beschreibt er die Grausamkeit der letzten Monate des Krieges und setzt sich mit den Kriegstraumata der Überlebenden auseinander. Die Erzählung des Sohnes von Walter rahmt die Geschichte ein und beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem von Schuldgefühlen geplagten Vater und seinem Sohn.

Den von Ralf Rothmann verfassten Roman "Im Frühling sterben" veröffentlichte der Suhrkamp Verlag, Berlin in 2015. Das Buch umfasst 234 Seiten und kostet 19,95 Euro.