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[amazonadd=3785737440]Die Mütter in ihrem Umfeld scheinen aus einem Bilderbuch entsprungen zu sein: Sie tauchen Kochrezepte aus, unterhalten sich über Klavierunterricht und Kindererziehung und machen die kleine Vorstadtsiedlung, in der Constanze gezwungenermaßen lebt, zu einem Paradies für Mustermütter – und zu einer Hölle für Frauen wie Constanze.

Die junge Frau ist frisch geschieden, komplett chaotisch, und auch ihre Kinder geben alles andere als ein Vorbild ab. Ihr vierjähriger Sprössling übergibt sich gerne mal in den unpassendsten Augenblicken, und ihre Tochter fällt von einer Pubertätskrise in die nächste. Eine solche Familie passt ganz und gar nicht in eine Sonnenschein-Siedlung wie diese. So scheint es zumindest auf den ersten Blick.

Denn schnell realisiert Constanze, dass vieles an dem Bilderbuch-Leben der anderen nur schöner Schein ist, und sich hinter den adretten Kulissen ein Haifischbecken mit Intrigen, knallhartem Konkurrenzkampf und schamlosen Betrügereien verbirgt. Das kann so nicht weitergehen, findet Constanze und geht deshalb zum Angriff über. Immerhin hat sie ihr Ex dazu verdonnert, auf unabsehbare Zeit in dem Haus seiner verstorbenen Mutter zu leben. Und das Konto der jungen Frau ist so blank, dass sie auf absehbare Zeit auch keine Alternative zu dem hässlichen Haus in der Horrorsiedlung finden wird. Also gründet Constanze die „Mütter-Mafia“. Und damit beginnt - zumindest für die junge Mutter selbst - das eigentliche Chaos.

Die Autorin Kerstin Gier hat keine Scheu vor seichten Klischees, denn sie scheint zu wissen, dass diese einen guten, leichten Roman manchmal wesentlich vorantragen können. „Die Mütter-Mafia“ ist kein Buch für die Ewigkeit, aber eine bekömmliche Köstlichkeit für Zwischendurch.